And the German Star
of India 2018 goes to...


BESTER SPIELFILM
Ottamuri Velicham


Der große Gewinner des Festivals heißt 'Ottamuri Velicham – Light in the Room' von Rahul Nair. Der mit 4.000 Euro dotierte German Star of India, der vom Hauptsponsor des Festivals, Honorarkonsul Andreas Lapp, gestiftet wird, greift das Tabu-Thema Vergewaltigung in der Ehe auf, das in Indien bisher kaum Gehör fand. Regisseur Nair, der aus dem südindischen Kerala stammt und sich von Freunden das Geld für seinen ersten langen Spielfilm geliehen hat, überzeugte die Jury vor allem mit seiner eindringliche Erzählweise und der Bildsprache des Films. Der Drehort, eine alte Teeplantage, umgeben von grünen Hügeln, wirke nur zu Beginn idyllisch und werde schließlich zum bedrohlichen Gefängnis für die junge, naive Sudha. Die junge Frau - großartig dargestellt von der jungen Schauspielerin Vinitha Koshy - wird mit Chandan verheiratet, dessen zunehmend gewalttätigen Wutausbrüchen sie sich zunächst hilflos ausgesetzt sieht. Doch Sudha beschließt, sich zu wehren. Ein weiterer Grund für die Jury, ‚Ottamuri Velicham’ auszuzeichnen, war, dass dies ein Film in Malayalam ist, der Sprache des Bundesstaats Kerala, einer Region jenseits von der Bollywood-Filmindustrie.


BESTE DOKUMENTATION
Kho Ki Pa Lu - Up Down and Sideways


Der Dokumentarfilm 'Kho Ki Pa Lü - Up Down and Sideways' von Anushka Meenakshi und Iswar Srikumar überzeugte die Jury. Ihr Porträt des Dorfs Phek in Nagaland, seiner Menschen sowie deren Lieder und Musik, die sie bei ihrer Arbeit begleiten, hat die Jury mit der filmischen Umsetzung und Erzählweise tief beeindruckt. Der Dokumentarfilm biete damit einen intimen Einblick in das Leben in Phek, ohne dabei aufdringlich zu sein: "Wir betreten die abgelegene Gebirgslandschaft, spüren die Körperlichkeit der Arbeit in den Reisterrassen und wie der Rhythmus des Gesangs Gemeinschaft schafft und Kraft verleiht. Die Kameraführung und der langsame, aber rhythmische Filmschnitt erschaffen ein Gefühl von Nähe und Raum für Exploration, was wir für ebenso großzügig wie kühn halten." Der Film entwickle eine einfache, aber starke Idee: "Wenn man seinen Platz im Arbeitsrhythmus der Gemeinschaft findet, kann sich das auf  den gesamten Lebensrhythmus der Gemeinschaft ausweiten." Später werden, so die Jury weiter, dieser schönen Vorstellung Informationen gegenübergestellt - über das konfliktreiche Dasein des Naga-Volkes im heutigen Indien, und seinen Kampf um die Beibehaltung seiner Lebensweise angesichts extern verhängter Regelungen.



BESTER KURZFILM
Pawasacha Nibandh - An Essay of the Rain


Der mit 1.000 Euro dotierte Kurzfilmpreis geht an 'Pawasacha Nibandh - An Essay of the Rain' von Nagraj Manjule, der die Jury "in jeder einzelnen Filmminute überzeugt hat". Der 10-jährige Raja, Sohn einer verarmten Familie, bekommt die Hausaufgabe, einen Aufsatz über die Regenzeit zu schreiben. Für die Jury entsteht daraus "ein Film wie ein Gedicht, oder eben gerade nicht". "Die unaufdringliche Kamera wird zum Beobachter eines beschwerlichen Alltagslebens und gibt den ergreifend authentischen Protagonisten allen Raum, den diese für ihr grandioses Schauspiel brauchen", loben die Juroren. Der anfängliche Aufruf im Film, der Poesie des Alltäglichen nachzuspüren, falle aufgrund der malerischen Bilder zuerst leicht. Doch schnell werde der schöne Schein hinweg gespült vom eigentlichen Hauptprotagonisten des Films, dem unaufhörlichen Monsunregen. "Omnipräsent ist er im Film, durchnässt die Darsteller, rauscht permanent auf der Tonebene, dringt selbst in die kärglichen Innenräume hinein und erzeugt so einen unaufhörlichen Sog, dem sich weder die Protagonisten, noch wir als Zuschauer entziehen können", begründet das Gremium seine Entscheidung.

 


DIRECTOR'S VISION AWARD
Love and Shukla


Der Directors Vision Award geht an den Spielfilm 'Love and Shukla' von Siddartha Jatla. Dieser erstmalig mit 500 Euro dotierte Preis vom Magazin 'FilmIndia worldwide' richtet sich an Regisseure, die in ihrem Filmbeitrag ambitioniert den Blick auf einen kulturellen, sozialen oder gesellschaftlichen Missstand richten.


 

Der vom Münchner Bollywood-TV-Sender 'Zee.One' gestiftete Audience Award, mit 1.000 Euro dotiert, wird vom Publikum aus allen auf dem Festival gezeigten Filmen gewählt. Diesmal gewann 'Sisya - The Disciple' von Saraswathi Balgam. Erstmals wurde der 'Ishq Dil Se Kritikerpreis' vergeben, und zwar an 'Love & Shukla' von Siddharth Jatla.